Mittwoch, 27. Juli 2011

Punktlandung

Eines der Drogenflugzeuge Pablo Escobars, aufgebracht in Arauca, als Mahnmal ausgestellt auf dem Gelände der örtlichen Polizei
Das Alter bringt es mit sich, dass man sich langsam Gedanken macht, wie man sterben wird bzw. sterben möchte. Wer wünschte sich dabei nicht eine Punktlandung, ein genaues Aufsetzen auf der Piste des Todes nach einem Leben wie im Flug, mit Höhen und Tiefen zwar, aber immer mit Aussicht? Wie wir alle wissen, haben Anflüge ihre Tücken. Gewitter könnten herrschen und Böen, gern beeinträchtigen Nebel die Sicht und zwingen zum Durchstarten. Viele sagen, die damit gewonnene Ehrenrunde sei das Schönste gewesen in ihrem Leben, für andere aber bedeutet sie nur die Verlängerung ihrer Qualen. Und was ist, wenn man zwar landet, aber über das Pistenende hinaus schliddert und zum Schluss im Sumpf stecken bleibt und von Hilfskräften geborgen werden muss, um dann unangemessen zu einem allzu späten Zeitpunkt am Tropf zu sterben?

Momentan beschäftigt mich der Gedanke, wie sehr ich beim Nachdenken über den Landeplatz meiner finalen Destination die Chancen auf eine Punktlandung beeinflussen könnte. Vergrössere ich sie, wenn ich Mitglied von Exit werde? Oder ist die Unbesorgtheit die beste Pilotin? 

 

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1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Ich finde hierzu das Buch von Gian Domenico Borasio "Über das Sterben" gut. Er vergleicht das Sterben mit der Geburt und sagt es in etwa so: Wenn man dem Körper seinen Lauf lässt, dann bereitet er sich gut vor.
Zum Beispiel haben alte Menschen oft keinen Hunger oder Durst mehr. Wenn man das akzeptiert und da mitgeht, ist das Sterben nicht so qualvoll, wie sich das viele vorstellen. Borasio beschreibt auch gut, wie manche Alte oder Kranke ihre Punktlandung "steuern" oder genau erspüren.
Meine Rezension hier:
http://www.medizin-im-text.de/blog/2012/15323/buchtipp-uber-das-sterben/
Viele Grüße
Dunja Voos